Botschafter

Berlin, 10.08.2012

Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht - so steht es in der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit März 2009 in Deutschland gilt. Doch nach wie vor ist der Zugang zur allgemeinen Schule für behinderte Kinder nicht selbstverständlich. Das darf nicht sein. Behinderte Mädchen und Jungen haben einen menschenrechtlichen Anspruch auf ein sinnvolles Bildungsangebot im allgemeinen Schulsystem. Ihr Recht auf inklusive Bildung muss in den Bundesländern in Zukunft weitaus stärker beachtet werden als in den vergangenen zwei Jahren. Behörden und Gerichte wissen immer noch zu wenig über die Stellung und die Bedeutung der Konvention. Gemäß der Konvention sind Behörden etwa verpflichtet, für behinderte Kinder und Jugendliche angemessene Vorkehrungen zu ergreifen. Sie müssen das Mögliche möglich machen, Kompetenzen und Ressourcen verlagern und zu einem integrationsfreudigen Umfeld beitragen. Nur so können die Bundesländer einen diskriminierungsfreien Zugang zum allgemeinen Bildungssystem sichern. Es reicht nicht aus, auf den Status quo zu verweisen. Wenn Behörden dieser Verpflichtung nicht nachkommen, kann dies gerichtlich überprüft werden.

Dr. Valentin Aichele

Dr. Valentin Aichele

Leiter der Monitoring-Stelle