Botschafter

Münster, 13.12.2008

Es gab eine Generation, die mit Telefon aufwuchs, eine mit Radio, eine mit Fernsehen und dann eine mit Internet. Wäre es jetzt nicht an der Zeit, dass für nun folgende Generationen >alle< Menschen selbstverständlich sind? Meine Kinder sind an einer integrativen Schule. Es gibt Fähigkeiten, in denen mein Junge seinen Freund, der mit Down-Syndrom zur Welt gekommen ist, bewundert und zum Vorbild hat. Die Geradheit mit der die Kinder an dieser Schule mit Handicaps umgehen, konnte ich teilweise erst im Studium lernen.

Da braucht es kein elterlich-erzieherisches Gezische zum eigenen Kinde wie etwa: "da zeigt man nicht mit dem Finger hin" und kein betretenes Abwenden. Eine natürliche, arglose Wahrnehmung von Anderssein erzeugt ein Selbstbewußtsein, das es erlaubt, selber schlicht anders zu sein, wenn man feststellt, dass der Mainstream nicht der eigene Weg ist. Warum sollten nur behinderte Kinder diesen Vorteil haben!? Ich finde die Win-Win-Situation einer integrativen Schule gut. Ich denke, es ist unstrittig, dass Vielfalt mehr hervorbringt als Einfalt. Hier die eine, daneben die andere Monokultur macht beide schwach. Der Mischwald bietet allen die meisten Möglichkeiten.

Timm J. Filler

Timm J. Filler

Professor für Anatomie, Prosektor

Eine Schule für Alle.