Botschafter

Düsseldorf, 13.07.2007

Der DGB-Bezirk Nordrhein-Westfalen setzt sich seit langem für das gemeinsame Lernen aller Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen ein.
Im Sinne der Inklusion sagen wir: aussortieren und aussondern ist der falsche Weg! Das Recht aller Kinder und Jugendlichen auf gemeinsame Bildung und Erziehung ist nur in einem umfassenden Reformprozess zu realisieren.

Kindertagesstätten und Schulen müssen so ausgestattet werden, dass niemand ausgesondert werden muss und alle voneinander und miteinander lernen können. Wenn behinderte Kinder und Jugendliche in separaten Schulen bzw. Schulformen unterrichtet werden, ist eine Stigmatisierung vorgezeichnet. Damit wird eine sinnvolle Integration in unsere Arbeitswelt und Gesellschaft deutlich erschwert.
Unbemerkt von der Öffentlichkeit und der stattfindenden allgemeinen Schulstrukturdebatte werden die Förderschulen zu nicht tolerierbaren Integrationshemmnissen für viele Jugendliche. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in diesen Schulen, insbesondere der Anteil an Migrantinnen und Migranten, steigt durch die in unserem Schulsystem stattfindenden Ausleseprozesse dramatisch an.

Deshalb mein Appell: Hört auf damit, die Kinder zu sortieren, lasst sie gemeinsam voneinander und miteinander lernen, fördert und fordert sie individuell und gebt allen eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe - nur so kann Integration wirklich gelingen.

Guntram Schneider

Guntram Schneider

damals Vorsitzender des DGB Bezirk Nordrhein-Westfalen