Botschafter

Bonn, 30.08.2010

Als Oberbürgermeister der UNO-Stadt Bonn und als ehemaliger Schulleiter der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel, die seit 25 Jahren den gemeinsamen Unterricht von Menschen mit und ohne Behinderung durchführt, ist mir doppelt daran gelegen, die Reformanstrengungen im Bildungsbereich zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen voran zu treiben.

Inklusion muss Menschen in ihrer ganzen Vielfalt erfassen. Schon der Prozess der Inklusion als solcher muss daher "inklusiv" sein. Ein inklusives Bildungssystem kann nicht angeordnet werden. So unterschiedlich wie die Anliegen der Beteiligten, sind auch deren Sichtweisen. Sie einzubinden, niemanden auszugrenzen, ist erklärtes Ziel des Rates der Stadt Bonn, der sich in seiner Sitzung am 7. Juli 2010 in seiner Präambel zur „Inklusiven Bildung in Bonn" ganz bewusst für einen weiten Inklusionsbegriff entschieden hat: „Der Begriff ‚Integration' wird durch den Begriff ‚Inklusion' ersetzt, was heißt, dass Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit eingeschlossen und aufgenommen sein müssen und dass alle Institutionen sich so organisieren müssen, dass sie das gewährleisten können. [....] Der Inklusionsbegriff in Bonn wird nicht nur auf Menschen mit Behinderung bezogen, sondern auch auf Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen in Armut oder solche, die aus anderen Gründen ausgegrenzt werden. Diese Haltung wird vom Rat der Stadt Bonn ausdrücklich begrüßt."

Jürgen Nimptsch

Jürgen Nimptsch

Oberbürgermeister der Stadt Bonn