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Köln plant neue Förderschule

17. Juli 2020

Der Rat der Stadt Köln berät derzeit über eine Fortschreibung des Schulentwicklungsplans. Unter vielen geplanten und angedachten Baumaßnahmen sticht ins Auge: Für den neuen Stadtteil Kreuzfeld im Kölner Norden wird gleich eine Förderschule Geistige Entwicklung mitgeplant. Erwartet hätte man - nach einem Jahrzehnt UN-Behindertenrechtskonvention - dass ein neuer Stadtteil von vorn herein eine inklusive Schullandschaft bekommt. Statt dessen werden der schlechte bauliche Zustand der vier Kölner Förderschulen Geistige Entwicklung und die steigenden Schülerzahlen dieser Schulen zum Anlass genommen, eine fünfte Förderschule dieses Typs zu bauen. Und die Schulaufsicht findet das eine gute Idee.

Aus unserer Sicht treffen die Ratsherren und -frauen hier eine Entscheidung, ohne sich mit der Thematik wirklich befasst zu haben. Der Bau zusätzlicher neuer Förderschulen ist unbestritten ein Verstoß gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Und die steigenden Schüler*innenzahlen an den Förderschulen Geistige Entwicklung offenbaren sich beim genaueren Hinsehen als eine dramatische Entwicklung, der die Kölner Politik ebenso wie die Verwaltung entgegentreten müsste, anstatt ihr einfach hinterher zu planen.

Die Zahl der Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung geht seit Jahren durch die Decke - ohne dass es dafür eine Erklärung gäbe. Auch die Exklusionsquote dieser Schüler*innengruppe ist in den Jahren der inklusiven Entwicklung nicht gesunken, sondern gestiegen. Hier läuft gewaltig etwas schief. Wir haben als Elternverein mittendrin e.V. zum Schulentwicklungsplan Stellung genommen. Die Antwort der Stadtverwaltung lässt wenig Einsicht und Nachdenken erkennen. Auch der Rat hat den Schulentwicklungsplan kommentarlos durchgewunken. Wir bleiben dran.

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Zahlen zur Entwicklung in Köln

Die Stadt Köln ist nicht nur die erste Kommune, die einen Inklusionsplan für die Schulen der Stadt erarbeitet hat. Sie betreibt auch regelmäßiges Monitoring. Hier der erste Bericht.


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