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Immer mehr Kinder mit Behinderung?

28. April 2015

Seit Jahren schon brüsten sich die Bundesländer mit den steigenden Zahlen von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf in den allgemeinen Schulen. Egal, ob das jeweilige Land die Gesetze schon angepasst hat, hier wollen alle signalisieren: Wir sind auf dem Weg zur inklusiven Bildung.

Doch wie bei alles Statistiken gilt auch hier der alte Satz von Winston Churchill: "Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe!" Der alte Machtpolitiker hat insofern Recht: Mit Zahlen lässt sich so gut wie alles belegen - auch das Gegenteil - je nachdem wie man die Untersuchungsfrage stellt.

Fragen wir also einmal anders herum: Wenn immer mehr Kinder mit Förderbedarf die Regelschule besuchen: Dann müssten doch - rein nach mathematischer Logik - die Schülerzahlen an den Sonderschulen sinken. Naturkatastrophen und genetische Desaster ausgeschlossen...

Andreas Kloth hat jedoch bei seiner Analyse der Schülerdaten aus Nordrhein-Westfalen Anderes festgestellt: Trotz Inklusion bleiben die Schülerzahlen der Förderschulen weitgehend gleich oder steigen sogar. Findet unter dem Siegel der Inklusion eine wundersame Vermehrung der Kinder mit Behinderung statt? Oder ein massiver Etikettenschwindel?

Kloth hat die Zahlen bis zum Schuljahr 2012/13 untersucht, also vor Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes. Doch sehen wir irgendeinen strukturellen Grund, warum die neuen gesetzlichen Regeln diese Entwicklung gestoppt haben sollten?

Wir hoffen, dass Herr Kluth seine Forschung auch mit den neueren Zahlen fortsetzen wird!