+ Startseite + Inklusions-Pegel + Forschungsergebnisse + Wenn der Schonraum zur Falle wird

Wenn der Schonraum zur Falle wird

01. März 2006

Daseinsberechtigung des Förderschulsystems ist die These, dass behinderte Kinder besser gefördert werden können, wenn ihnen ein Schonraum eingerichtet wird. In diesem Schonraum sollen sie - ohne sich täglich am Leistungsvermögen der nicht behinderten Mitschüler messen zu müssen - im Rahmen ihres Potenzials lernen können. Nur so, heißt es, können sie ein positives Selbstkonzept entwickeln - als Voraussetzung für die Integration in die Gesellschaft.

Die Pädagogin Brigitte Schumann hat diese These in ihrer Dissertation einer Prüfung unterzogen. Sie hat im Ruhrgebiet Schüler, ihre Eltern und Lehrer von Förderschulen für Lernbehinderte befragt. Das angestrebte positive Selbstkonzept hat sie bei den Schülern nicht gefunden. Die Förderschüler empfinden es als Stigma, an einer Förderschule zu lernen. Die Scham geht so weit, dass sie selbst Freunden gegenüber verschweigen, auf welche Schule sie gehen.

Lesen Sie eine Zusammenfassung der Dissertation, die unter dem Titel "Ich schäme mich ja so!" als Buch erschienen ist. Brigitte Schumann wird auf dem Kongress "Eine Schule für Alle" aus ihrem Buch lesen.