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Was ist inklusive Berufsorientierung?

27. Mai 2016

In Nordrhein-Westfalen haben jetzt alle SchülerInnen der weiterführenden Schulen Anspruch auf eine Berufsorientierung. KAoA heißt das Programm - Kein Abschluss ohne Anschluss - in dessen Rahmen das Land an allen Schulen eine Palette von berufsorientierenden Maßnahmen finanziert, von einer Potentialanalyse über Berufsfelderkundungen bis zu intensiveren Unterstützungen.

Und wie macht man das Ganze nun inklusiv? Schließlich steigt die Zahl der SchülerInnen mit sonderpädgogischem Förderbedarf und mit Schwerbehinderung an den allgemeinen weiterführenden Schulen.

In NRW hat man sich entschieden, die allgemeine Berufsorientierung nach KAoA für die SchülerInnen mit Schwerbehinderung zu ergänzen - durch das bisherige, für die SchülerInnen an Förderschulen entworfene BO-Programm StAr (Schule trifft Arbeitswelt). StAr, heißt es, werde in KAoA überführt. Alles gut?

Nein, sagen die Elternverbände Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen und mittendrin e.V.: Es kann nicht sein, dass inklusiv lernende Klassengemeinschaften für die Berufsorientierung wieder fein säuberlich nach Schubladen getrennt von unterschiedlichem Personal betreut werden. Das ist ein Rückfall in die traditionelle Behindertenhilfe, stört die inklusive Entwicklung in der Schule, bringt die BO-Organisation in den allgemeinen Schulen durcheinander und ist in der Praxis erfahrungsgemäß nicht wirklich auf eine Integration der jungen Menschen mit Behinderung in den 1. Arbeitsmarkt ausgerichtet.

Wenn man zwei separierende Systeme nebeneinander stellt, wird daraus halt noch lange keine Inklusion.

Die Elternverbände für Inklusion in NRW wollen, dass die Berufsorientierung an den weiterführenden Schulen von Grund auf inklusiv gestaltet wird. Dafür haben wir im Fachbeirat Arbeit des Inklusionsbierats NRW inhaltliche Eckpunkte vorgelegt.

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