Geht's voran mit der Inklusion?

Die Bertelsmann-Stiftung legt mit einer Studie von Prof. Klaus Klemm eine Bilanz der inklusiven Entwicklung der deutschen Schullandschaft bis zum Jahr 2013/14 vor.

Die Bertelsmann-Stiftung legt mit einer Studie von Prof. Klaus Klemm eine Bilanz der inklusiven Entwicklung der deutschen Schullandschaft bis zum Jahr 2013/14 vor.

Neben der Tatsache, dass es große Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt, zeigt sich vor allem: Die "Inklusionsquoten", die von den Landesregierungen immer gern präsentiert werden, sind wenig aussagekräftig. Wer wirklich wissen will wie gut ein Land in Sachen schulischer Inklusion ist, der muss umgekehrt die Exklusionsquote untersuchen: die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die weiterhin Förderschulen besuchen. Dort sinken die Schülerzahlen nämlich erstaunlicherweise kaum. Fazit: Irgend etwas läuft da schief.

Als weitere ungelöste Probleme nennt die Studie einmal die Rolle der Gymnasien und zweitens die Tatsache, dass die Berufskollegs in die inklusive Entwicklung bisher so gut wie gar nicht einbezogen sind.

Und noch etwas ist interessant: Die Bertelsmann-Stiftung hat herausgefunden, dass Eltern von SchülerInnen inklusiver Schulen im Schnitt viel zufriedener mit der Schule sind als Eltern von SchülerInnen nicht inklusiver Schulen.Die Bertelsmann-Stiftung schließt daraus:

"Eltern von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf erleben inklusive Schulen als Schulen, in denen die Unterrichtsqualität weiter entwickelt ist als in nicht inklusiven Schulen. Diese Wahrnehmung steht in deutlichem Widerspruch zu dem inklusionsskeptischen Grundtenor, der derzeit zahlreiche öffentliche Debatten zum Thema Inklusion bestimmt. Eine erfahrungsgestützte Bewertung des Inklusionsprozesses muss an die Stelle vorurteilsbestimmter Meinungsbildung treten, wenn das Inklusionsvorhaben gelingen soll."

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