Inklusion in NRW – So sieht's aus.

NRW gehört zu den Bundesländern mit der höchsten Exklusionsquote in Deutschland. 54 Prozent der Schüler*Innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine Förderschule. 

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Menschenrechte wünscht die Mehrheit der Eltern in NRW inklusive Beschulung. Viele finden jedoch kein Angebot in angemessener Qualität. Obwohl im Schulgesetz seit Sommer 2014 steht, dass die sonderpädagogische Förderung in der Regel in der allgemeinen Schule stattfindet und Eltern abweichend hiervon die Förderschule wählen können. 

Wann kommt endlich der im Koalitionsvertrag angekündigte Aktionsplan inklusive Bildung? Einige Schulen zeigen, wie erfolgreich inklusive Schule für alle sein kann. Damit das Angebot endlich flächendeckend gut wird und alle Schüler*innen ihr Recht auf inklusive Bildung einlösen können, braucht es politische Steuerung und einen Plan. Das hat auch der UN-Fachausschuss nach der Staatenprüfung zur Umsetzunge der UN-BRK 2023 empfohlen.

AKTUELL

Aktionsplan für inklusive Bildung – entwickelt von Eltern und Selbsthilfe.

Nach mehr als vier Jahre Warten sind Eltern und Selbsthilfe selbst aktiv geworden.
Als Service für die Landesregierung haben „LAG SELBSTHILFE NRW“ e.V., „Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen NRW“ und der „mittendrin e.V.“ mit Unterstützung vom „Landesbehindertenrat NRW e.V.“ einen Aktionsplan inklusive Bildung veröffentlicht. Zum Aktionplan
 

Hintergründe

Mehrheit der Eltern in NRW wünscht inklusive Bildung – viele finden kein gutes Angebot.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat die NRW-Auswertung der bundesweiten Elternumfrage veröffentlicht: Mehr als 80 Prozent der befragten Eltern wollen gar nicht, dass Kinder mit und ohne Behinderung auf verschiedene Schulen gehen. Selbst von den Förderschuleltern geben 68,7 Prozent an, dass sie sich sicher oder wahrscheinlich für eine inklusive Schule entschieden hätten – wenn die Politik dort für gute Bedingungen gesorgt hätte. Somit sind die hohen Anmeldezahlen an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen nicht Ausdruck des Elternwillens, wie von der Politik gerne argumentiert wird.  Mehr Infos

NRW: Dutzende neue Förderschulen in Planung

Das Land Nordrhein-Westfalen steht vor einem immensen Ausbau der Förderschullandschaft. Nach unserer Recherche vom August 2025 sind mindestens 30 zusätzliche Förderschulen in Planung. Diese Entwicklung widerspricht klar dem Schulgesetz des Landes, in dem festgelegt ist, dass die Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in den allgemeinen Schulen zum Regelfall werden soll. Statt der Inklusion wird nun das Förderschulsystem ausgebaut. Mehr Infos